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Perfekte Papeterie – Gastpost Brautflohmarkt Teil III

Origami ist die Kunst des Papierfaltens. Dafür kann man extra Origamipapier kaufen oder auch erst einmal mit normalen Papier üben. Ihr braucht für Origami weder Schere noch Kleber, allerdings solltet Ihr Fingerspitzengefühl und Geduld mitbringen, denn Origami lebt von der Präzision! Ihr könnt Origami für Eure Dekoration oder Eure Einladungen verwenden – zum Abschluss unseres Papeterie-Specials hat Jenny von Brautflohmarkt für Euch eine tolle Idee für ein Save the Date und Einladungen vorbereitet und dabei Origami, Trendfarbe Metallic und die geometrischen Formen für Euch verbunden.

Ihr braucht:

  • Origami Papier (oder: schönes anderes Papier, das nicht zu dick ist. Low Budget Variante: Geschenkpapier!)
  • Schere
  • ggf. Lineal/Geo-Dreieck
  • ggf. Pappe, um eine Schablone anzufertigen

Im Gegensatz zu anderen Origami-Figuren braucht das Herz eine Grundfläche, bei der die lange Seite doppelt so lang ist wie die kurze.

Eigentlich ist es ganz simpel: Wenn ihr ein klassisches Origami-Quadrat halbiert, dann habt ihr genau so eine Figur. Origamipapier ist am gängigsten in der Variante 15x15cm erhältlich, schaut mal im Fachgeschäft nach.

Am schwierigsten ist die Low Budget Variante, die ich euch heute zeige. Denn: Geschenkpapier ist sehr dünn, reißt schnell und ist durch die Wölbung auch ganz schön flutschig … Trotzdem, wagen wir es.

Zunächst habe ich aus einem alten Versandkarton eine Schablone herausgeschnitten. Als Maß habe ich 8x16xm gewählt – das ergibt eine schöne Grundfläche für einen Text.

Danach habe ich mithilfe der Schablone einige Rechtecke ausgeschnitten. Am einfachsten geht das, wenn ihr einfach zunächst eine ganze Reihe abschneidet in entsprechender Höhe (ob es klüger ist, die kurze oder die lange Seite anzulegen, ergibt sich aus dem Grundmaß der Geschenkpapierrolle – ich habe immer „der Länge nach“ geschnitten). Dann teilt ihr die einzelnen Grundpapiere ab.

Das Grundpapier wird in der Mitte gefaltet. Wenn ihr gut geschnitten habt, liegt dann ein genaues Quadrat vor euch. Um das zu beurteilen hilft auch schon die „Eckenprobe“ – eine Ecke diagonal zur anderen falten. Wenn was übersteht, ist es kein richtiges Quadrat. Dann muss ggf. nochmal die Schere ran.

Ihr habt also in der Mitte schon mal einen Knick (und eventuell durch die Eckenprobe schon ein oder zwei Diagonalen). Damit teilt sich das Papier in zwei Quadrate auf. Wir bearbeiten jedes Quadrat einzeln.

Vorab: wem das jetzt zu kompliziert wird, kein Problem! Erstens ist es gar nicht schwer und zweitens könnt Ihr einfach diesen Link anschauen, mit dem (oder einer der zahlreichen Anleitungen auf YouTube) funktioniert das Falten anstandslos.

 

Zunächst knickt ihr die beiden Ecken jeweils diagonal zur Mitte (also den oberen Ecken im Quadrat) – wie bei der „Eckenprobe“. Jetzt seht ihr ein Kreuz mitten im Quadrat.

Jetzt wirds etwas kniffelig: Ihr legt die linkere untere Ecke auf die linke obere Ecke und die rechte untere Ecke auf die rechte obere Ecke. Dabei wird der Mittelpunkt des Kreuzes zu einem Eckpunkt – das überstehende Papier faltet Ihr nach innen. Wenn ihr es Euch jetzt anschaut, habt ihr ein Quadrat (das obere, das wir ignorieren) und unten dran ein Dreieck.

6) Jetzt einmal um 180 Grad drehen – jetzt haben wir ein Haus. Ihr nehmt jetzt die beiden Ecken des Dreiecks, die an der Mittellinie anschließen und knickt sie nach oben zur Dachspitze (dem Giebel, wie die gewiefte Zimmermannsehefrau weiß, sozusagen). Dabei bleibt die Grundfläche des Hauses erhalten.

Jetzt nehmt Ihr die Ecke wieder hoch, bis sie senkrecht über dem eben angefertigten Knick steht und faltet sie so auseinander, dass das Papier auseinander geht und die obere Ecke auf dem Mittelpunkt der Mittellinie liegt. Das sieht dann so aus, als hättet Ihr zwei kleine Quadrate auf dem Dach des Dreiecks.

Auch bei bei diesem Quadrat werden wieder zwei Ecken zu der Diagonalen geführt, die Ihr vorher reingefaltet habt – und zwar die unteren Ecken, die von dem Mittelpunkt weg zeigen, und die oberen Ecken, die zum Mittelpunkt zeigen (und deshalb aneinander anschließen). Diese werden jetzt wie bei einem Drachen gefaltet: das heißt, in jedem Mini-Quadrat bleibt oben ein Mini-Dreieck ohne Bedeckung.

Wie eben auch: Die Ecken wieder zurückholen, sodass sie senkrecht über dem eben gefalteten Knick stehen, das Papier auffalten und die obere Ecke unten zum Mittelpunkt führen. Jetzt sollte auch die Rückseite Eures Papier sichtbar sein – dann habt Ihr alles richtig gemacht und seid … fertig!

Halt, fertig natürlich nur mit der einen Hälfte – das andere Quadrat ist ja auch noch dran. Also jetzt bitte Schritt 4 bis 9 wiederholen.

Am Ende habt ihr ein einziges Quadrat vor Euch liegen mit kleinen Mini-Quadraten, auf denen so etwas wie „Blütenblätter“ liegen, die die Rückseite des Papiers zeigen. Klar soweit? Dann machen wir jetzt ein Herz daraus.

Bitte das Ganze einmal wenden (und zwar so, dass das schöne Knickwerk, das Ihr eben angefertigt habt, auf der Tischplatte liegt). Hier hinten seht Ihr wieder ein Kreuz – der Trick ist jetzt, das Quadrat richtig zu drehen (auf der Tischplatte liegend). Ihr solltet dann auf vier Dreiecke blicken, die sich in der Mitte vom X treffen. Seht Ihr sie?

Zwei dieser Dreiecke lassen sich nur vom Tisch abheben, indem Ihr alles, was drunter liegt, mitnehmt – die sind quasi „fixiert“. Die beiden anderen lassen sich ganz leicht abheben und dann blickt Ihr auf den Bogen des Herzens …. Also das richtige Dreieck nach unten auf die zukünftige Herzspitze falten.

Jetzt müsst Ihr noch noch die beiden anderen Ecken links und rechts, die das Herz etwas unförmig erscheinen lassen, ein bisschen nach innen knicken (ein bisschen!). Und jetzt bitte – wieder einmal wenden! Und Tada! Da ist es, das Herz.

Einmal gefaltet lässt sich das Herz recht einfach auseinander und wieder zusammenfalten, sodass Ihr ohne Probleme einen Einladungstext darauf schreiben könnt.

Dabei habt ihr zwei Möglichkeiten:

  • In der Save The Date Variante, klappt Ihr nur die hintere „Herzklappe“ wieder nach oben. Da habt Ihr ziemlich genau Platz für „Save The Date: 11. Juni 2016“ + Eure Initialen. Bitte denkt daran vorher zu testen, welcher Stift gut auf dem Papier hält. Nicht, dass es eine riesige Schmiererei gibt!
  • In der Einladungsvariante schreibt Ihr auf die Seite des Papier, die „weggefaltet“ wird, euren Einladungstext. Bei Geschenkpapier und Original-Origamipapier ist das ganz simpel … das ist nämlich einfach weiß innen. Am Ende sieht man davon nur einen klitzekleinen Fitzel – das sind die Ecken. Wenn ihr also nicht bis in den allerletzten Winkel das Blatt beschreibt, sieht man von außen gar nichts.

Mein Tipp hierbei: Lieber erst beschreiben und dann falten. Denn gerade bei Geschenkpapier tut das viele Auf- und Zufalten nicht gut.

Und fertig ist die Herzensschar! Natürlich könnt Ihr die auch super nutzen, um andere Botschaften zu verschicken. Oder als Hingucker auf Euren Weihnachtsgeschenken. Je nachdem, um was es geht, gibt es natürlich auch noch andere Faltfiguren, die wirklich schön aussehen.

Ich habe mich zum Beispiel auch für das klassische Schiffchen entschieden – und zwar für Emmas Taufe. Da passt das natürlich vom Motiv her auch echt gut. Jede Familie bekommt also ein Schiffchen als Einladung und am Tag selbst werden die Schiffe auch als Tischdeko zu finden sein.
Ihr seht, das Fingerspitzengefühl und die Geduld sind bei Origami nötig, aber wenn Ihr Euch die Mühe macht, wird das Ergebnis alle Mühen vergessen lassen. Es eignet sich gerade in der Weihnachtszeit auch als Idee für alle Verlobten, denn wann kommt man zusammen und genießt die Zeit gemeinsam? Genau, an Weihnachten. Bestens geeignet also, um die Herzen an die Geschenke zu heften – so geht keines verloren und die großen Augen beim Öffnen sind vorprogrammiert.

Und für alle bereits Verheirateten: mit persönlicher Liebesbotschaft auch prima für Eure Liebsten.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Gestaltung Eurer Einladungen. Falls Ihr die Origami-Variante auswählt, zeigt uns doch auf Instagram mit dem Hashtag #origamibrautflohmarkt, wie sie Euch gelungen sind.

Alles Liebe,

Eure Jenny

Jenny-Linhart-BfMJenny Linhart ist einer der drei Gründer von Brautflohmarkt, bei dem Online-Marktplatz ist sie für Strategie, Partnerschaften und Finanzen verantwortlich. Darüber hinaus hat sie Ende 2015 mit dem Brautkästchen die erste Abo-Box für Bräute ins Leben gerufen. Jenny arbeitet außerdem als freie Traurednerin und Hochzeitsplanerin im Großraum Frankfurt.

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