0 In Hochzeitsreportagen

Magali und Sebastian: Eine Sommerhochzeit in Luxemburg Teil 3

Unser Tag der Tage war der 7. Juni 2014! Gleichzeitig feierten wir unseren ersten standesamtlichen Hochzeitstag! Und jetzt, wenn ihr diesen Post lest, feiern wir sogar schon unseren zweiten 🙂

Der Tag begann schon früh morgens um 6.30 Uhr. Wir hatten logischerweise die Wettervorhersage peinlichst genau verfolgt und so sehr auf genau so tolles Wetter wie bei unserer standesamtlichen Hochzeit gehofft! Scheinbar wurde dieser Wunsch erfüllt. Wir standen auf, draußen strahlender Sonnenschein und so früh schon 16 Grad! Perfekt! So konnte doch geheiratet werden. Um 9 Uhr hatte ich mit meiner Mama und Schwester zusammen meinen Termin beim Frisör. Lustiger Weise war ich null aufgeregt, ich freute mich einfach nur so! Das ich schon ein paar Minuten später dann doch heulen würde, ahnte ich noch nicht…

Sebastian und ich frühstückten noch gemütlich zusammen als er plötzlich aufstand, und  kurz darauf mit einem kleinen Päckchen vor mir stand: Seinem Geschenk zum ersten Hochzeitstag! Ich sah sofort, dass dieses Päckchen vom gleichen Juwelier war, bei dem wir auch unsere Trauringe gekauft hatten. Als ich die Schatulle öffnete, funkelte mir ein wunderschöner Vorsteckring mit Diamanten entgegen! Ich hatte immer schon von so einem Ring geträumt und heimlich gehofft, vielleicht zum fünften oder zehnten Hochzeitstag mit so einem Schmuckstück beschenkt zu werden. Aber wie das eben mit dem Hoffen so ist – erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Ring trägt übrigens als Gravur das Datum unserer kirchlichen Hochzeit. Der Tag konnte wirklich nicht schöner beginnen!

Nach dem Frisörtermin ging es zu meinen Eltern. Sebastian zog sich, zusammen mit seiner Mutter, in unserer Wohnung an und ich verbrachte die letzten Stunden traditionsgemäß bei meinen Eltern. War der ganze Morgen sehr entspannt abgelaufen, so wurde es urplötzlich doch sehr stressig, denn unser Fotograf hatte spontan beschlossen, schon 40 Minuten vor der vereinbarten Zeit bei meinen Eltern aufzukreuzen. Das gefiel mir weniger gut, ich war etwas genervt, ich wollte mich doch ganz in Ruhe fertig machen! Aber nachdem ich ihm meine Schuhe und das Kleid in die Hand gedrückt hatte, konnte er sich noch eine Weile beschäftigen.

Dann ging es doch noch alles ganz schnell, ich durfte endlich in mein Kleid schlüpfen! Und plötzlich war sie da – die Aufregung. Werde ich meinem Mann gefallen? Sind die Gäste pünktlich? Wird unser Terminplan eingehalten werden können? Millionen von Fragen schwirrten mir im Kopf herum und ich fühlte mich ganz einfach nur noch schlecht! Dazu kam, dass es mittlerweile draußen 28 Grad waren und ich mich fragte, wie ich den Tag bei dieser Hitze überstehen sollte. Kennt ihr die Youtube Videos, wo Bräutigam oder Braut am Altar zusammenklappen? Na wunderbar – Gott bewahre!

Fertig angezogen stand ich im Flur und wusste nicht wohin mit mir. Bis mein Papa und ich zur Kirche gefahren werden sollten, waren es noch gut 40 Minuten. Was tut eine aufgeregte und etwas genervte Braut? Richtig: sie setzt sich vor den Fernseher und schaut doofe Samstagsnachtmittagssendungen!

Und dann war es endlich soweit: Mein Papa und ich nahmen in unserem Hochzeitsauto Platz und los gings zur Kirche! Mein Herz klopfte bis zum Himmel und die ersten (und fast letzten Tränen) flossen!

Der Einzug, der erste Blick auf meinen Mann, die Gäste, die Kirche, hach alles war so wunderschön! Schon als die Tür zur Kirche aufging, war meine Aufregung fast wie weggeblasen und ich freute mich einfach nur auf alles, was wir heute noch erleben würden. Uns war wichtig, dass es keine allzu steife Trauung wird. Unser Pfarrer schaffte es sowohl Ernst als auch Humor mit einfließen zu lassen, und so wurde viel gelacht.

Wer einen Musiker heiratet, muss auch eine musikalisch perfekte Hochzeit haben! Dafür war gesorgt: Wir hatten einen sehr guten Freund als Solotrompeter und einer der besten Chöre in Luxemburg hat für uns gesungen! Auch wenn vieles so richtig an uns vorbei gerast ist, die Trauung war perfekt und wunderschön.

Nach der Trauung wurde vor der Kirche gratuliert und da zeigte sich auch wieder, dass Musiker anders heiraten! Als wir aus der Kirche kamen, standen alle Dorfmusik-Vereine, in denen Sebastian spielt, und auch die Musik von der er Dirigent ist, parat. Das ist eine Tradition in Luxemburg und so wurden wir musikalisch begrüßt und ordentlich gefeiert. Wir hatten im Vorfeld immer betont, keine doofen Spiele vor der Kirche machen zu wollen – dieser Wunsch wurde erhört -, dennoch mussten sowohl Sebastian als auch ich vor der ganzen Hochzeitsgesellschaft zeigen, wie gut wir Musik spielen können. Für Sebastian ein sehr leichtes Spiel, für mich leider nicht so, kann ich doch gar keine Trompete spielen! Da musste ich aber durch, und schlug mich wohl ziemlich gut. Wer kann schon behaupten sein erstes Konzert im Brautkleid gegeben zu haben?!

Danach ging es im Autokorso zur Location. Der Saal sah einfach nur perfekt aus! Bis dahin war alles so perfekt gelaufen, dass ich mich schon wunderte dass noch nichts schief gelaufen war. Das sollte sich nun aber schnell ändern. Bei der Locationwahl war uns ja besonders wichtig, dass die Location im Grünen liegt! Somit hatten wir einen wunderschönen, riesigen Park um uns herum. Perfekt für unseren Fotografen! Er konnte nicht genug bekommen und das Fotoshooting, welches eigentlich nur während des Aperitifs stattfinden sollte, nahm Dimensionen an, mit denen wir nicht gerechnet hatten. Unser Fotograf hatte immer wieder eine andere phänomenale Idee und so wurden wir von ihm durch den Park gescheucht!

Im Nachhinein ist es natürlich wunderschön so viele tolle Erinnerungsfotos zu haben, aber uns war es einfach irgendwann zu viel. Es waren mittlerweile 32 Grad, Sebastian und ich hatten noch nicht einmal ein Glas Wasser (von Sekt ganz zu schweigen) bekommen und sollten aber auf jedem Foto immerzu perfekt aussehen. So kam es, wie es kommen musste: Ich weigerte mich weiterhin Fotos zu machen! Wir schickten unseren Fotografen weg und wollten einfach ein wenig Ruhe haben und endlich mit unseren Gästen anstoßen!

Deshalb mein Rat an alle Brautpaare: Sprecht im Voraus genau ab, wie ihr euch das Fotoshooting vorstellt und verlasst euch nicht darauf, dass es schon passen wird. Hätten wir nichts gesagt, hätten wir wahrscheinlich keinen einzigen Schluck Sekt mehr bekommen! Dennoch hat dieser Stress unsere Laune ein wenig gebremst – aber Gott sei Dank nicht für lange.

Das Essen lief entspannt ab, jeder war etwas kaputt vom Wetter und freute sich einfach, nun endlich sitzen zu können! Das Menü war ausgezeichnet. Wir hatten uns gegen ein Buffet entschieden, weil wir nicht wollten, dass die Gäste ständig unterwegs sein müssen. Auch hier hatten wir den Wunsch geäußert keine Spiele machen zu müssen. Dennoch gab es einige sehr schöne und emotionale Überraschungen! Sebastians Cousine sang für uns ein Lied, passend auf uns und unsere Beziehung komponiert. Das war ein wunderschöner Gänsehautmoment!

Nach dem Hauptgang war dann aber noch unser großer Auftritt: Unser Hochzeitstanz! Wir hatten über neun Monate lang einen Tanzkurs besucht und ein paar Einzelstunden genommen um somit eine richtige Choreographie einzustudiert! Als Lied hatten wir uns für „A thousand years“ von Christina Perri entschieden und unser Tanz war ein Wiener Walzer.

Kurz vor dem Dessert wurde auf einmal auf allen Tischen getuschelt – eine Leinwand wurde aufgestellt und wir rechneten eigentlich mit den traditionellen Kinderfotos. Doch weit gefehlt! Unsere Gäste (leider haben nicht alle mitgemacht, was ich ein wenig schade finde) haben im Vorfeld einen Film für uns gedreht. Unsere Trauzeuginnen waren auf das Video „Where the hell is Matt“ gestoßen und hatten unsere Gäste gefragt für uns an einem besonderen Ort zu tanzen. Das Video wurde zusammen geschnitten und uns als „Where the hell are our Wedding guests?“ vorgeführt! Es war so schön zu sehen was sich manche von unseren Freunden und Familien hatten einfallen lassen! Einige Orte waren so bedeutend für uns- die Tränen kullerten unaufhaltsam! Es war so eine tolle Idee und so eine tolle Erinnerung an unsere Gäste, definitiv eine der besten Ideen die wir je gesehen hatten!

Danach ging es dann richtig los mit der Party, bis halb 5 wurde getanzt und getanzt und getanzt! Kleiner Tipp an alle zukünftigen Bräute: Die Rainbow Brautschuhe sind tatsächlich so bequem wie sie aussehen! Ich hab sie NICHT ausgezogen und hatte nicht einmal schmerzende Füße! Also liebe Bräute: Investiert in gute Schuhe, es lohnt sich!

Und dann war er vorbei, der Tag der Tage. So lange hatten wir darauf gewartet, und dann war er auf einmal so schnell an uns vorbei gerast! Aber es war der schönste Tag unseres Lebens und ich hoffe ihr konntet beim Lesen ebenso viel Magie spüren, wie wir sie erlebt haben.

Vielen Dank fürs Lesen sagen Magali und Sebastian!

Liebe Magali, lieber Sebastian,
wir danken Euch ganz herzlich, dass ihr Euren schönsten Tag im Leben mit uns und den Lesern geteilt habt. Eure Hochzeit war ein sichtlich emotionales und glückliches Fest! Nun wünschen wir Euch noch alles, alles Liebe und Gute zum Hochzeitstag, feiert schön, stoßt an und genießt die Zeit als Ehepaar.

Das könnte dich auch interessieren

Noch keine Kommentare

Hinterlasse uns einen Kommentar