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Tina und Marc: Ein amerikanischer Traum Teil 2

Der 15. Mai war DER große Tag für Tina und Marc. Der amerikanische Traum geht weiter- für heute und für immer. Tina, It´s your stage!

Am 13. Mai haben wir mein Kleid dann endlich nach Hause geholt. Ich probierte es noch einmal an und plötzlich überkam mich die Aufregung, auf die ich gewartet hatte. Es hatte zuvor viele, viele schlaflose Grübelnächte gegeben, viele Tage, an denen alles kribbelte, wenn ich an unseren Tag gedacht habe. Ich habe so damit gerechnet, die Wochen vor unserem Tag kaum oder gar nicht schlafen zu können, dass ich echt „geschockt“ war, als ich dann doch schlief wie ein Stein.

Nachdem wir am Donnerstag den Saal mit all unseren Lieben viele Stunden geschmückt hatten und für Marc und mich alles noch viel schöner aussah, als wir es uns vorgestellt hatten, fuhren wir noch einmal als unverheiratetes Paar in unsere Wohnung, um unsere Schlafsachen zu holen. Die letzte Nacht vor unserem großen Tag verbrachten wir getrennt voneinander in unseren Kinderzimmern bei unseren Eltern.

Am 15. Mai 2015 wachte ich auf und mir strahlte die Sonne entgegen. Die Tage zuvor waren voller Regen und wir hatten beschlossen, das Beste draus zu machen, sollte es auch an unserem Tag kaum Sonnenschein geben.

Wir starteten mit einem guten Frühstück. Brötchen brachte meine Freundin mit, die gleichzeitig unsere Frisörin ist und die meiner Mama, meiner Schwester und mir an diesem wichtigen Tag  die Haare machen sollte. Später ist meine Lieblingstante noch dazu gestoßen, die für unser Make-Up  verantwortlich sein sollte. Wir hatten einen wundervollen Vormittag, es war sehr entspannt und wir waren alle einfach nur glücklich und gespannt, was der Tag so bringen sollte. Ich kann es jeder Braut empfehlen, sich die Leute, die euch die Haare und das Make-Up machen sollen, ins Haus kommen zu lassen, wenn euch das möglich ist. So konnte ich zumindest mein Brautstyling so sehr genießen.

Dachte ich immer, der Vormittag würde viel zu langsam vorübergehen und es würde ewig dauern, bis Marc endlich bei meinen Eltern eintrudeln würde, um mich abzuholen, verging alles total schnell und ich musste mich am Ende doch fast beeilen. 
Mama und meine Schwester Kira halfen mir in mein Kleid.

Wir hatten abgemacht, dass bei unserem ersten Aufeinandertreffen unsere Eltern, meine Schwester und unsere Trauzeugen dabei sein sollten. Und so trudelten dann langsam alle ein und ich wartete mit meiner Schwester oben in ihrem Zimmer. Schließlich haben sich dann alle in dem wunderschönen Garten meiner Eltern versammelt und mein Papa wartete unten an der Treppe, so wie ich es mir immer gewünscht hatte. Als ich die ersten Stufen der Treppe mit meiner Schwester hinter mir hinunterging, war ich tierisch aufgeregt und musste meine Tränen runterschlucken. Mein Papa, der mir alles bedeutet, war sprachlos und führte mich nach draußen, wo all unsere Lieben in einer Reihe standen und alle nur „ohh“ machten. Am Ende stand dann mein Marc in einem wunderschönen schwarzen Anzug, wie für ihn gemacht, und wartete. Als ich auf ihn zugeschritten kam, konnte er seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Das war er, DER Moment.
Ich weiß noch, wie meine Trauzeugin kurz vor der Abfahrt zum Standesamt zu mir sagte: „Es tut mir echt leid, aber ich konnte nur auf Marc achten. Wie süß das war, hast du damit gerechnet?“. Ja, irgendwie schon oder vielleicht hatte ich mir eher eine solche Reaktion im Vorfeld immer vorgestellt.

Marc überreichte mir dann meinen Brautstrauß, den unsere Floristin liebevoll genau nach unseren Vorstellungen mit den kleinen Bilderrahmen von den Lieben unserer Familie, die schon von uns gegangen sind, versehen hatte. Der war ganz schön schwer, aber so wunderschön. Jetzt durfte es losgehen, ich hatte meinen Marc an der Hand und war bereit.

Los ging es in einer Kolonne zum Standesamt, ein wunderschönes altes Gebäude unserer Stadt, für das wir uns sofort einstimmig entschieden hatten. Marc und ich drehten in unserem schwarzen Brautwagen, ein Ford Mustang, noch eine kleine Extra-Runde durch die Stadt, ehe wir am Standesamt ankamen, wo unsere Familien, unsere Brautjungfern, viele Freunde und Bekannte auf unsere Ankunft warteten. Alle jubelten als wir vorfuhren und begrüßten uns herzlich.

Unsere standesamtliche Trauung war ein Traum. Viele beschreiben ihre Trauung im Standesamt als „schnell, bürokratisch, einfach hinter sich bringen oder notwendig“ und das ist für die Pärchen, die sich in erster Linie kirchlich trauen lassen wollen, auch vollkommen in Ordnung. Ich respektiere alles, für jeden soll es so sein, wie sie sich es immer gewünscht haben, wobei ich mir oft mehr „Verständnis“ von anderen gewünscht hätte, wenn wir erzählt haben, dass wir „nur“ standesamtlich heiraten. Aber, zurück zum Thema. Unsere Familien und Freunde haben unsere Trauung unvergesslich und unbeschreiblich schön werden lassen. 

Nach der Rede der Standesbeamtin hat meine Schwester einen kurzen, selbstverfassten Text vorgelesen – da sind alle schon in Tränen der Rührung ausgebrochen und haben die kleinen Taschentücher, die ich zuvor abendlich gebastelt hatte und die zwei meiner Brautjungfern vor dem Standesamt verteilt hatten, gebrauchen können. Vor dem Ja-Wort wollten wir uns auch etwas persönliches sagen. Viele Tage und Wochen hatte ich an meinem Ehe-Versprechen geschrieben, jedes Mal war ich in Tränen ausgebrochen, wenn ich mir Marc und die ganze Atmosphäre in diesem Moment vorgestellt hatte. An unserem Tag wollte Marc mit seinem beginnen, und brachte ganze drei Wörter heraus, ehe er ihm die Tränen von der Wange liefen. Er war so ergriffen von diesem Moment, dass er nur noch ein „Ich liebe dich“ herausbrachte. Sein Ehe-Versprechen bekam ich einen Tag später abends im Badezimmer vorgetragen. Mein Versprechen dagegen, von dem ich dachte, es niemals ohne Tränen und vollständig vortragen zu können, hatte ja sämtliche Erfahrungen vorher gemacht, konnte ich so sprechen und habe auch nichts ausgelassen. Dann endlich sagten wir „Ja“ vor all unseren Lieben zueinander. 

Meine Mama überraschte uns dann noch mit einem Sänger, der unser Lied – „Ich lass für dich das Licht an“ von Revolverheld –  spielte, woraufhin wir beide unsere Glückstränen nicht mehr zurückhalten konnten.

Draußen warteten schon so viele Leute, die uns feiern und uns gratulieren wollten. Unsere Trauzeugen hatten im angrenzenden Park des Standesamtes ein paar Stehtische mit Sekt und frischem Obst organisiert und so wurde angestoßen, ehe wir aufbrachen, um Fotos zu machen.

Unsere Fotos haben wir mit den Familien und Brautjungfern gemacht. Wir hatten es uns nicht so zeitaufwendig vorgestellt und nur etwas mehr als eine Stunde dafür eingeplant. Von den Fotos bin ich begeistert. Jedes einzelne Foto ist wundervoll. Eine kleine Auswahl der Fotos, sowohl Gruppen- als auch Portraitfotos:

Hatten wir eine gute Stunde für die Fotos gerechnet, wurde es zeitlich nachher dann doch recht knapp. Und so kamen wir zum Empfang an unserer Location, der eigentlich für 18 Uhr angesetzt war, eine viertel Stunde zu spät. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass alle Gäste, die schon da waren, draußen standen und auf uns gewartet haben. Als wir dann schließlich in den Saal gingen, um die Gratulationen entgegen zu nehmen, spielte unser DJ „My heart will go on“ von Celine Dion – er hatte sich tatsächlich gemerkt, dass ich mindestens der weltgrößte Titanic-Fan bin 🙂
Hatte ich vorher Bedenken, wie lange die Gratulationen wohl dauern würden, verging alles wie im Flug und war wunderschön, jeden einzelnen zu drücken und die Begeisterung über unsere Outfits und den dekorierten Saal in den Gesichtern zu sehen. Unser schnell festgelegtes Hochzeitsthema „Ein Frühlingszauber in New York“ hatten wir komplett im Saal umgesetzt. So hatten wir die Tische nach Sehenswürdigkeiten oder Straßen der Stadt benannt und auch optisch sahen die Tischnamen wie die Straßenschilder New Yorks aus. Ein selbstgemachter Wegweiser zeigte den Gästen, in welche Richtung und wie viele Kilometer New York oder unsere Geburtsorte von der Location entfernt sind. Die Tischordnung brachten wir auf einer Leinwand mit der Skyline NYCs als Hintergrund an, und die Gäste konnten schnell ihren Platz im Saal finden. 7 runde Tische und 3 lange Tafeln (aus Platzmangel, eigentlich sollten alle Tische rund sein) zierten den Saal. Hinter dem Brauttisch hatten wir am Tag zuvor Folienluftballons angebracht, die unser Hochzeitsdatum darstellten.

Als alle Gäste auf ihren Plätzen saßen und genüsslich den ersten Wein schlürften, begrüßten Marc und ich mit einer kurzen Rede die Leute und stellten jeden Tisch kurz vor.  Da die von angekündigte Hochzeitssuppe am Tisch doch noch ein wenig auf sich warten ließ, nutzten unsere beiden Papas die Gelegenheit und überraschten uns mit einer emotionalen Rede. Natürlich blieb auch hier wieder kein Auge trocken.

Nach der Suppe wurde dann unser reichhaltiges Büffet eröffnet. Wir hatten uns für ein großes warmes Buffet mit vier verschiedenen Fleisch- und zwei unterschiedlichen Fischsorten entschieden. Außerdem konnten sich unsere Gäste am wunderschön dekorierten kalten Büffet den Teller vollschlagen. Gekrönt wurde unser Essen durch unsere Hochzeitstorte, die das Dessert eröffnen sollte. Die Torte war eine Überraschung meiner Trauzeugin und wurde von meinen Brautjungfer-Mädels mit einem Feuerwerk, wieder zum Soundtrack von Titanic, in den Saal geschoben. Rieke hatte sich ganz an unserer Deko orientiert und so war die Torte sehr elegant und schlicht geworden, aber vor allem schmeckte sie einfach himmlisch.

Nachdem wir deutlich gezeigt hatten, dass in unserer Ehe beide das sagen haben ;), meine Oma ein tolles, auf uns verfasstes Gedicht vorgelesen hatte, war es an der Zeit, die Tanzfläche zu eröffnen. Zu dem Lied „All of me“ von John Legend, dass uns an unsere schöne Zeit in Amerika erinnerte, da es dort damals im Radio rauf und runter gespielt wurde, ließen wir unseren Tanzkünsten freien Lauf – denn viel und oft geübt hatten wir im Vorfeld nicht wirklich. Wir waren überrascht, als uns viele Gäste nach dem Tanz fragten, ob wir extra Tanzstunden genommen hatten. Nö.

Nach einigen offenen Tanzrunden wollte auch ich es mir nicht nehmen lassen, mich bei einigen Menschen zu bedanken: meinen Brautjungfern, meine liebste Arbeitskollegin, meine Oma, bei meinen Schwiegereltern, unseren Trauzeugen und last but not least bei meiner Schwester und meinen Eltern, sowie meinem Mann. Für mich war dieser Moment besonders emotional, ich hatte mir zwar ungefähr überlegt, was ich sagen wollte, habe das Meiste dann aber doch spontan gesagt, ganz von Herzen. Und da ich meine Mama ja schlecht auffordern konnte, habe ich meine ewige Nummer eins, meinen Papa, zum Vater-Tochter-Tanz aufgefordert und so wurden wieder jede Menge Tränchen vergossen, als der DJ uns zu „I loved her first“ von Heartland unsere Runden drehen ließ. Nach ein paar Minuten holten wir meine Mama und meine Schwester, sowie Marc und seine Eltern zu uns in die Mitte und tanzten zu neunt das Lied zu Ende.

Wollten wir eigentlich gar keinen Schleiertanz machen oder wenn, nur ein paar Minuten, schaffte es unser DJ, dass wir jede Menge Spaß daran bekamen und über eine halbe Stunde wild und ausgelassen tanzten und richtig viel Geld einnahmen. Darum geht es natürlich eigentlich nicht, aber ist dennoch auch aus diesem Grund empfehlenswert 🙂

Ein weiteres Highlight war der Brautstrauß-Wurf, für den ich extra einen Wurf-Strauß hatte anfertigen lassen. Er fiel direkt in die Arme von Marcs süßer Cousine, grad 18 geworden. Trotzdem total stolz. Nach dem Wurf gab es noch ein bisschen Currywurst auf die Hand, ein wenig Fisch und Reste vom kalten Büffet zum Mitnehmen für die Gäste, und ab da wurde Non-Stop durchgetanzt. Viele Gäste stürmten vor ihrer Heimfahrt noch unsere Candybar und füllten ordentlich ein paar Tüten, um sie mit nach Hause zu nehmen.

Marc und ich ließen gegen 5:15 Uhr mit einer Hand voll Gäste unsere Partynacht zu „Das Beste“ von Silbermond, eng umschlungen, überglücklich und mit vielen Wunderkerzen ausklingen. Um halb 6 verließen wir dann freudestrahlend, Hand in Hand, aber auch hundemüde den Saal und fuhren mit einem Taxi nach Hause, wo alles liebevoll und wunderschön mit vielen Rosen und Kerzen von unseren Brautjungfern geschmückt worden war.

Ich dachte, dass ich nach unserem Tag in ein großes Loch fallen würde, da ich wirklich viel und auch super gern Dinge für unsere Hochzeit vorbereitet habe. Aber zu meinem Erstaunen, blieb dieses Gefühl aus. Meine Mama hat dazu den Spruch gesagt, den ich anderen auch immer sage, wenn sie mich danach fragen, wie es mir nach der Hochzeit geht:

Der Tag wird lange geplant, du fieberst lange drauf hin, stellst dir alles vor, malst dir alles bis in kleinste Detail aus. Dann ist er da, der große Tag, er wird an dir vorbeiziehen, als wäre es ein Film. Der Tag muss kommen und er muss auch vorbei gehen. 

Oder wie meine Schwester in ihrer Rede auf dem Standesamt am Nachmittag so schön sagte: Die Liebe ist ein Fest, das es nicht nur zu planen, sondern auch zu feiern gilt.

Uns bleibt die Erinnerung an den bisher schönsten Tag in unserem Leben. Ich würde alles immer wieder so machen. 

Trotzdem sind es Dinge, die auch euren Tag unvergesslich werden lassen, die wir nicht planen können, wie z.B. das Geschenk, dass meine geliebte Oma an unserem Tag dabei sein konnte, die Stimmung und das Strahlen der Gäste, der Stolz unserer Eltern und nicht zuletzt das unheimliche Glück zu wissen, dass man endlich offiziell „Ja“ zum Mann seiner Träume gesagt hat und einem niemand diese tollen Erinnerungen und das Glückgefühl nehmen kann…. Genießt jeden einzelnen Augenblick, und auch, wenn es schnell vorbeigeht, könnt ihr noch lange von euren Erinnerungen zehren und bekommt bei jeder Gelegenheit, wo ihr die Gäste eurer Hochzeit trefft, erneut das Gefühl, dass eure Hochzeit ein Traumtag für jedermann gewesen ist.

Eure Tina

 

Tina wurde am 30.11.1988 in Buxtehude geboren. Trotz der beruflichen Umstände ihrer Eltern und den damit verbundenen Umzügen hat sie immernoch Kontakte in die Heimat. Eine ihrer Freundinnen war sogar bei den Brautjungfern vertreten.Sie selbst arbeitet eigentlich bei einer Versicherung, hat sich aber dazu entschieden ihrem Herzmann in die USA zu folgen, welcher beruflich zeitweise dorthin entsandt wurde. Die beiden leben nun Huntersville, in der Nähe von Charlotte, und genießen dort ihr Eheleben.

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