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Tina und Marc: Ein amerikanischer Traum Teil 1

Tina und Marc erinnern uns ein wenig an ein Paar aus so einer unglaublich perfekten amerikanischen Hochzeitsreportage. Die wunderschöne Braut angeschmiegt an Daddys Arm, die Sonne strahlt, Brautjungfern in farblich perfekt passenden Kleidern, der glänzende Mustang steht bereit und dieser unglaublich schicke Bräutigam fährt mit seinen mindestens genauso schicken Kumpels vor. Amerikanisch? Naja, eigentlich ja schon, warum erfahrt ihr später, aber die beschriebene Hochzeit fand sogar in Deutschland statt! Glaubt ihr nicht? Dann viel Spaß beim lesen! Ja, ich weiß, die meisten scrollen jetzt wegen der schicken Kumpels- wir denken: es lohnt sich so oder so! Tina, it´s your stage!

Kennengelernt haben wir uns vor über 4 Jahren ganz klassisch auf einer Geburtstagsfeier eines gemeinsamen Freundes. Wir waren beide noch anderweitig vergeben, sodass wir uns nur ganz locker unterhielten. Wenig später folgte dann die Freundschaftsanfrage über facebook und dort kamen wir immer mal wieder ins Gespräch, blieben in Kontakt und schrieben immer wieder über alltägliches – bis wir uns zum ersten Mal,ganz offiziell, trafen. Seitdem sind wir unzertrennlich gewesen und wir spürten genau, dass unsere Liebe etwas ganz Großes werden sollte. Offiziell seit Januar 2012 ein Paar, haben wir viele schöne Dinge erlebt, kaum gestritten und uns einfach so angenommen und geliebt, wie wir nunmal sind.

Nachdem wir im September 2013 aus unseren Single-Buden in unsere große, schöne Wohnung zogen, folgte im März 2014 die große Reise in die USA. Für mich sollte es das erste Mal über den großen Teich gehen. Mit meiner besten Freundin Rieke, die schon seit Kindertagen fest versprochen meine Trauzeugin werden sollte, habe ich mir zuvor schon das ein oder andere Mal vorgestellt, ob Marc mir in diesem Urlaub wohl die berühmte Frage stelle, letztendlich verschwendete ich aber keinen wirklichen Gedanken mehr daran, als wir uns nach 2 Wochen in Charlotte, North Carolina, wieder in die Arme schlossen. Marc war beruflich schon vorher rüber geflogen.

Der Urlaub in den USA verging, ebenso das verlängerte Wochenende am Meer, die Tage im gemütlichen Motel – nichts geschah. Dann kam der Kurztrip in die Stadt der Städte – NEW YORK. Empire State Building, Freiheitsstatue, Sex & the City-Tour, tolle Orte, tolle Sehenswürdigkeiten.

Am allerletzten Tag auf dem Times Square, vor hunderten von Leuten, fing Marc plötzlich an zu zittern und ging vor mir auf die Knie: „Willst du meine Frau O. werden? Willst du mit mir alt werden?“ Ich habe ihn schnell hochgezogen und laut „Ja!“ gerufen. Ich war überglücklich und auch heute kribbelt noch alles, wenn ich nur daran zurückdenke.

In Deutschland angekommen, haben wir unseren überglücklichen und freudestrahlenden Eltern von unseren Hochzeitsplänen erzählt. Meine beste Freundin habe ich mit einem kleinen Bilderrahmen mit der Frage „Willst du meine Trauzeugin sein?“ und einem schönen Armband überrascht und wir beide haben natürlich vor Freude geweint. Sie wollte unheimlich gerne meine Trauzeugin sein und so stürzten wir uns in die Planung. Ein Jahr und einen Monat vor unserem großen Tag, dem 15. Mai 2015, den wir uns schon in New York überlegt hatten.

Unmengen an Hochzeitszeitschriften stapelten sich in unserem Wohnzimmer, ein Weddingplanner musste her, sogar ein kleines Hochzeitsatelier in unserem Gästezimmer mit großer Notizfläche an der Wand hat Marc mir geschaffen. So konnte ich jede Idee festhalten und hatte den genauen Überblick, welche Ideen ich schon in die Tat umgesetzt hatte und welche ich noch verwirklichen konnte/wollte/musste.

Zunächst hatten wir beschlossen, am 15. Mai um 15 Uhr (den Termin hatten wir sofort nach unserer Rückkehr aus Amerika reserviert) standesamtlich in kleinem Rahmen zu feiern und im September dann noch einmal im Rahmen einer freien Trauung etwas größer zu heiraten. Dieser Plan wurde dann aber schnell beiseite geschoben, da uns Marcs Jobpläne in die Quere kamen, die uns im Juni 2015 in die USA verschlagen sollten. Also reservierten wir genau ein Jahr im Voraus den schönsten Saal unserer Stadt und planten, „nur“ standesamtlich zu heiraten.

Anfang Oktober 2014 war dann der lang ersehnte Termin für den Brautkleidkauf vereinbart. Zusammen mit meiner Mama, meiner Schwester, meiner (Stief-) Schwiegermama, meiner Trauzeugin und eine weitere beste Freundin fuhren wir in eine Nachbarstadt in ein ganz tolles Fachgeschäft für Brautmoden, von dem ich bisher nur Gutes gehört hatte. Insgesamt habe ich bestimmt über 10 Kleider anprobiert, um doch wieder beim allerersten Traumkleid, dass meine Schwester Kira entdeckt hatte, zu landen: mein Prinzessinnenkleid von Pronovias. Mama wollte mich noch überreden, ein anderes, im Nachhinein viel günstigeres Kleid zu wählen, aber da fehlten mir einfach die Details und das Glücksgefühl.  Es musste also dieses Kleid sein. Mein Plan war, mein Kleid selbst zu bezahlen, ich hatte schließlich schon lange darauf gespart. Dennoch kann ich mich noch genau daran erinnern, wie mir die Tränen runterliefen, als mein Papa mir sagte, dass er mein Kleid bezahlen wird. „Aber dann darf ich es auch vorher sehen!“, hat er gescherzt. Durfte er natürlich nicht.

Wurde mir von vielen Seiten immer wieder zugelächelt, dass ein Jahr Hochzeitsplanung wohl etwas übertrieben sei, konnte ich sogar 3 Wochen vorher mit meiner liebsten Arbeitskollegin und ihrem Sohn entspannt in der Türkei urlauben. Denn wunderschöne Ringe, tolle Tischdeko, Teelichthalter, Stuhlhussen, liebevolle Details für die Gäste, eine coole Fotobox und vieles mehr, was meinen Mädchentraum einer Hochzeit ausmacht, hatte ich im Vorfeld und das ganze Jahr über mit Liebe zum Detail geplant und organisiert. 

Die Weinprobe mit unseren Trauzeugen war super gelaufen, das Essen hatten wir aus vielen Menüvorschlägen ausgewählt, die Tischordnung stand schon lange – kleine Änderungen natürlich vorbehalten. Also, was sollte jetzt noch passieren? Richtig, rein garnix, deswegen wird jetzt geheiratet.

Bis morgen, Eure Tina


Tina wurde am 30.11.1988 in Buxtehude geboren. Trotz der beruflichen Umstände ihrer Eltern und den damit verbundenen Umzügen hat sie immernoch Kontakte in die Heimat. Eine ihrer Freundinnen war sogar bei den Brautjungfern vertreten. Sie selbst arbeitet eigentlich bei einer Versicherung, hat sich aber dazu entschieden ihrem Herzmann in die USA zu folgen, welcher beruflich zeitweise dorthin entsandt wurde. Die beiden leben nun Huntersville, in der Nähe von Charlotte, und genießen dort ihr Eheleben.

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