1 In Hochzeitsreportagen

Anita und Steve: Rockabilly Hochzeit Teil 1

Ich bin vor einigen Wochen/Monaten über Mias Instagram Profil gestoßen. Als ich das Bild von ihrem atemberaubenden Brautkleid mit riesen Rückenausschnitt und noch größerem Rückentattoo gesehen hab, war blitzschnell der „folgen“ Button geklickt und ich bin schier in einen Like-Wahn ausgebrochen. Es hat mich einfach sofort dermaßen begeistert eine so wunderhübsche und tätowierte Braut zu sehen. Daher hab ich mich auch gefreut wie ein Schnitzel, als mich die Lieben von Bridezillas Bloggen angeschrieben haben, ob ich nicht Lust hätte einen Post über unsere Hochzeit zu verfassen.

Schade, dass ich diesen Blog nicht vor unserer Hochzeit entdeckt habe. Es gibt so tolle Geschichten und Tipps, die uns sicher die eine oder andere Panne erspart hätten. Ich muss aber zugeben, dass mich die anderen Brautreportagen schon etwas einschüchtern. Denn hofft ihr, jetzt von einer perfekten Prinzessinnenhochzeit zu lesen, werde ich euch leider enttäuschen müssen. Oder gehört ihr doch eher zu den Brides-to-be, die einfach nur verheiratet sein möchten, einen tollen Tag haben wollen, aber Angst haben sich für die Erwartungen der Familie und Freunde verstellen zu müssen und so gar nichts mit dem ganzen Mädchenkram anfangen können? Dann findet ihr euch vielleicht sogar in meiner Geschichte wieder, schmunzelt beim Lesen und denkt euch: Bämmm, genau das will ich!

Wie fange ich denn am besten an? Mit dem Antrag? Vielleicht kennt das ja jemand von euch. Man verlobt sich, erzählt es ganz aufgeregt den Freunden und die erste Frage lautet: Wie war der Antrag? Antwort hierauf war immer: Es gab keinen. Diese wird meist gefolgt von ganz mitleidigen Blicken des Gegenübers. Diese Blicke waren bei uns aber eigentlich nicht notwendig, ganz und gar nicht.

Steve und ich sind nun seit bald vier Jahren zusammen. Ich glaube wir waren etwa ein halbes oder dreiviertel Jahr zusammen, da haben wir schon übers Heiraten gesprochen. Wir wussten, das mit uns beiden, das ist es einfach. Wir wussten, wir wollen zusammensein, zusammenziehen, irgendwann heiraten und eine Familie gründen. Was uns auch klar war, dass wir keinen Wert auf eine Riesenhochzeit legen. Daher war der ursprüngliche Plan, einfach mal Ferien in Vegas zu machen und verheiratet zurück zu kommen. Irgendwann saßen wir da und haben darüber Witze gemacht, dass wir uns so richtig trashig von Elvis trauen lassen wollen und danach ins Casino gehen… Und sagten uns irgendwann „Hmm ist ja schon traurig, wenn dann so gar niemand von unserer Familie dabei ist“. Und aus diesem Satz wurde „Naja wir müssen ja nicht groß heiraten, ganz klein reicht ja, nur mit unseren Eltern und den besten Freunden. Es geht ja um uns“. Und dann ging es auch schon mit der Planung los!

Und genau aus dem Grund fühle ich mich nicht schlecht, weil es keinen Hollywood-Antrag unterm Sternenhimmel gab. Wir haben diese Entscheidung als Paar getroffen, weil wir wussten, dass wir genau das wollten. Und zu sehen, wie Steve direkt im Planungsfieber war, brachte und bringt mein Herzchen viel mehr zum Schmelzen als das größte Rosenmeer oder gar ein Streichquartett. Ich fühlte mich dadurch nicht weniger geliebt, oder weniger als Braut… Wieso denn auch? Der absolut tollste Mann auf der Welt, mein Seelenverwandter, mein bester Freund, wollte den Rest seines Lebens mit mir verbringen. Das kann doch kein Antrag der Welt toppen!

Bereits einen oder zwei Tage später saßen wir schon mitten in der Planung. Ursprünglich wollten wir nur standesamtlich mit unseren Eltern, unseren Geschwistern und Trauzeugen heiraten. Da ich Kroatin bin, meinen Eltern die Kirche so wichtig ist und wir uns doch nicht mit 20 Gästen zufrieden geben konnten, wurde daraus geschwind mal eine kirchliche Trauung mit etwa 55 Gästen. Mehr als geplant, aber im Vergleich zu einer normalen kroatischen Hochzeit mit schnuckligen 250 Gästen dann doch auf jeden Fall sehr klein gehalten. Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen große Hochzeiten. Ich würde auch lügen wenn ich sagen würde, ich hätte mir nie eine riesen Traumhochzeit mit einem Brautkleid mit fünf Meter langer Schleppe gewünscht. Das habe ich tatsächlich… Da war ich etwa 14 und mir war nicht bewusst, dass so eine Hochzeit erstens bezahlt werden – und was noch viel schlimmer für uns war – auch organisiert werden muss. Zudem wollten wir uns bei dieser Hochzeit nicht verlieren. Wir wollen einfach einen schönen Tag mit unserer Familie und Freunden haben und das möglichst stressfrei. So oft haben wir von Paaren gehört, dass sie nichts mehr von dem Tag wissen, keine Zeit hatten sich mit den Gästen zu unterhalten und fast schon froh waren, dass es vorbei war. Und das kam für uns nicht in Frage.

Die Planung lief insgesamt völlig tiefenentspannt. Schon nach wenigen Tagen hatten wir uns für ein Restaurant entschieden, bei den Ringen wählten wir den irischen Claddagh Ring aus, die Floristin mit der ich direkt auf einer Wellenlänge war, wurde mir von einer Freundin empfohlen und es stand für mich fest, dass meine Friseuse des Vertrauens meine Haare und mein Make-up machen sollte. In mein Kleid hatte ich mich direkt verliebt, sodass dieses bereits vor allem anderen abgehakt war. Und auch die Farbe der Hochzeit war mit blau schnell gefunden. Klingt alles super oder? Keine Spur von einem Bridezilla-Angriff oder sonstigen Pannen? Darauf könnt ihr euch noch freuen.

Der große Tag rückte immer näher. Steve und sein Dad sind zusammen losgezogen um einen Anzug zu kaufen und ich sagte noch zu ihm „Kauf aber nicht den ersten, den du anprobierst, nur weil du mit deinem Papa lieber essen gehn willst“. Naja, er kaufte den ersten, aber dieser hatte ihm tatsächlich am besten gefallen. Steve wollte Blaue Chucks anziehen und ich bestellte mir über Shoes of Prey eigens designte Pumps passend zu seinen. Diese Seite möchte ich übrigens allen zukünftigen Bräuten oder einfach nur schuhverrückten Damen hier mal unbedingt ans Herz legen. Es handelt sich hierbei um eine australische Internetseite, bei der man von A-Z seinen Traumschuh selbst designen kann. Dies hat natürlich seinen Preis, aber da ich bei meinem Kleid schon so ein Schnäppchen gemacht hatte und es mir so schwer gefallen ist, die perfekten Schuhe zu finden, war mir das jeden Cent wert.

Bis auf die Tatsache, dass ichs einfach nicht geschafft hatte mein Hochzeitswunschgewicht zu erreichen, war ich die ganze Zeit der Meinung, dass ich eine entspannte Braut war. Bridezilla? Kenn ich nicht. Aufgeregt? Quatsch, wieso denn? Wenn ich jetzt die letzten Wochen vor der Hochzeit Revue passieren lasse, muss ich zugeben, dass ich längst nicht so cool war, wie ich dachte. Diskussionen mit der Mum wegen der Gästeliste, die schnell mal in Geheule und Gebrüll ausarteten, der Gürtel fürs das Kleid war nicht so verarbeitet, wie ich das gerne gehabt hätte, Heulflash, es fehlte ein Zentimeter um den Reißverschluss des Kleides zu schließen und generell gefiel mir das Kleid gar nicht mehr… Totaler Weltuntergang.


Wie es trotzdem noch dazu gekommen ist, dass wir „Ja “ gesagt haben, das lest ihr morgen.

Eure Anita

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Ein Kommentar

  • Reply
    KITSCH deluxe
    29. Juli 2015 at 4:55

    Ich bin ein großer Fan von euch beiden ? Eure Bllder sind großartig
    Ich wünsche euch alles Glück der Welt !!!
    Liebe Grüße aus Speyer Iris

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