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Gastkolumne Christopher: Hochzeitstag

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Halt, nicht ganz richtig! Vorher wurde er von seiner Frau daran erinnert, dass er ja schon seit ewigen Zeiten Himmel und Erde schaffen wollte und dass er in seiner kommenden freien Woche nun doch endlich mal den Worten Taten folgen lassen können. So wie dem lieben Gott geht es seither allen männlichen Wesen, denn sind wir einmal ehrlich – ohne die rechtzeitige und liebevolle Erinnerung unseres Weibchens würden wir nichts auf die Reihe bekommen und heute noch überlegen, ob man die Erfindung des Rades nicht doch noch aufs nächste Wochenende aufschieben kann.

Doch so praktisch diese automatisierte Erinnerungsfunktion durch die Frau auch ist – in einem Fall sind wir Männern ganz allein auf uns gestellt: am Hochzeitstag. Denn Eure Frau wird den Teufel tun, und Euch auf dieses nahende Großereignis hinweisen. Sie hofft, ja erwartet es sogar, dass Ihr den Tag vergesst und dann ihrem liebevoll verpackten Hochzeitstagsgeschenk nur ein entschuldigendes „Äh… das war heute?“ entgegenstammeln könnt.

Für einige Frauen ist der Hochzeitstag erst dann perfekt, wenn der Mann wie ein Dackel mit eingezogenem Schwanz und großen traurigen Augen vor ihr auf dem Boden kriecht und um Vergebung winselt. Allerdings dürften sich in einer solchen Ehe auch die übrigen 364 Tage nur unwesentlich anders abspielen. Doch dazu mehr in einem meiner nächsten Beiträge wenn es heißt: „Bei der Vermählung verwählt – Wege aus der Ehe-Hölle“.

Doch zurück zum Thema: Wie an obigem Beispiel geschildert, muss es im ureigensten Interesse jedes Mannes liegen, besagte Situation erst gar nicht entstehen zu lassen. Hierfür gibt es – der Technik sei Dank – mittlerweile eine Vielzahl an Hilfsmitteln. Hatten unsere Großväter noch einen dicken Knoten im Taschentuch (alle unter 30-Jährigen dürfen jetzt gern bei Wikipedia nachschlagen), so ist diese Methode nicht mehr wirklich zeitgemäß. Erstens sind Taschentücher heute nur noch selten als Mehrwegutensilien im Einsatz und zweitens würden sich die meisten Männer bereits nach etwa drei bis vier Tagen fragen, „welcher Idiot hat einen Knoten in mein Taschentuch gemacht?“.

Praktischer ist da schon der Eintrag in den Kalender des Smartphones (wer mehrmals im Jahr das Handy wechselt sollte unbedingt auf die Cloud-Synchronisierung achten!). Dort darf der Termin friedlich schlummern, um dann einmal im Jahr den Nutzer des Mobiltelefons zu erinnern. Aber auch hier kann man einiges falsch machen. Setzt man den Termineintrag nämlich auf den Hochzeitstag, beispielsweise auf 9 Uhr morgens, dann erstellen die meisten Smartphones standardmäßig eine Erinnerung 15 Minuten davor. Es soll ja Männer geben, die dann innerhalb einer Viertelstunde noch ein exorbitantes und außergewöhnliches Geschenk organisieren können, den meisten von uns werden aber in diesem Fall erstmal der Angstschweiß auf der Stirn und die blanke Panik in den Augen stehen. Also, Augen auf beim Kalendereintrag!

Was tun wenn’s brennt?!

Hat man trotz Termin im Smartphone den Hochzeitstag und das Organisieren eines zumindest einigermaßen adäquaten Präsents verschlafen, dann sollte man auf jeden Fall mehrere Ausreden parat haben (wenn eine nicht funktioniert kann man vielleicht noch mit einer anderen punkten).

Eine kleine Auswahl sei hier präsentiert, ich gebe allerdings keine Überlebensgarantie bei Anwendung.

Bewertung:

Sehr hoher Besänftigungsfaktor, allerdings muss man dann im Laufe des Tages unauffällig bei besagtem Italiener anrufen, abends 500 Euro in großen Scheinen mitbringen um diese unauffällig dem Ober zuzustecken.

Bewertung:

Gleichermaßen hohe Aussicht auf Glättung der Wogen, aber ebenfalls nicht ganz billig. Den letzten Teilsatz sollten aber nur Zeitgenossen verwenden, die sich ohnehin mit Suizidgedanken tragen. Manche Frauen verwenden einen Stiletto ebenso zielsicher wie ein Auftragskiller ein Stilett.

Bewertung:

Dämlich!


Bewertung:

Ehrlich, aber ebenso dämlich. Besonders der zweite Satz ist geradezu eine Einladung an die Frau, Euch diesen Fauxpas ein Leben lang vorzuhalten.

Oben aufgeführte Beispiele verdeutlichen nur zu gut: Wem an einer weiterhin friedvollen Koexistenz mit seiner Liebsten gelegen ist, sollte es tunlichst vermeiden, den Hochzeitstag zu vergessen. Als Alternative zu Taschentuchknoten und Kalendereintrag bieten sich auch diverse Countdown-Apps an, die sich zum gegebenen Zeitpunkt lautstark bemerkbar machen und so selbst den Dümmsten vor einem der größten Fehler seines Lebens bewahren.

Stay tuned,

Euer Christopher

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