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DIY: Ringe schmieden für Eheanfänger

Wisst ihr eigentlich was neben der unendlichen Liebe zueinander, das WIR-Gefühl und vielleicht noch den Bildern des Fotografen am wichtigsten an einer Hochzeit ist?! Also für mich jedenfalls, mal so ganz materiell gesehen! Klein aber fein und manchmal etwas unscheinbar?! Ja genau: die Eheringe! Ehrlich. Das ist doch das, was nach der ganzen Aufregung um das Fest und der Hochzeitsbastelei überbleibt und zu mindestens bei mir und dem Herzensmann zum täglichen Begleiter geworden ist. Besonders sollten sie sein. Klassisch Gelbgold und schlicht…öhm, naja…ein kleines Steinchen durfte es bei mir schon sein. Aber kaufen, einfach so?! Das schien uns zu leicht, zu unkreativ und zu „normal“ – und normal, das kann ja jeder. Was also tun?! Richtig: DIY – Ringe schmieden für Dummies oder Brautpaare!


Ein insgeheimes Träumchen war es ja schon, aber dass wir es machen werden, hätte ich im Leben nicht gedacht. Auf die Idee kam ich schon ziemlich früh, als ich damals eine Hochzeitsmesse mit meinen Brautjungfern besuchte, wurde es dort von einer Goldschmiede angeboten. Eine kleine Visitenkarte wanderte auch in mein Täschchen, aber mehr als dem Herzensmann davon zu berichten und kurz darüber zu philosophieren, passierte nichts. Ein paar Monate später, wir wieder auf einer dieser ominösen Hochzeitsmesse unterwegs, kam uns die Erleuchtung. Zwischen den weißen Trauben im verschnörkelten Wagen (#ichhassetauben) und der Grafikdesignerin, die eine elegante Papeterieserie präsentierte – sie dachte zu mindestens, das weiß und rot noch voll im Trend und vor allem sehr „elegant“ sind – da stand er. Ein Goldschmied aus unserem kleinen Celle. Er präsentierte grad einem angehenden Brautpaar seine Trauringserie, aber auf einem kleinen Aufsteller war etwas viel Interessanteres zu lesen: „ Schmieden Sie Ihre Eheringe selbst!

“Ich so: „Ähm, Herzensmann guck mal da neben den Tauben, das ist doch Herr Lankau von der Heide-Goldschmiede, da kann man doch tatsächlich seine Eheringe schmieden, cool oder!?“ Herzensmann so: „Joar…mhhh, meinste?!“ „Ich so: Ja klar, voll super! Lass uns das machen, das wird bestimmt ein lustiger und spaßiger Tag und eine tolle Erinnerung!“ Er: „Naja, wir könnten uns ja mal beraten lassen…“ #ahhhhjackpot #dennwennerdassagtklapptesimmer – aus einer Beratung wurde dann nämlich ein Termin zum Schmieden und wie das war, das folgt jetzt.

Wir spazierten an einem sonnigen Märztag gegen 10:00 Uhr in die Celler Altstadt zur Heide-Goldschmiede. Angekommen fanden wir zwei Arbeitstische im Verkaufsraum vor, aber keine weiteren Teilnehmer?! Komisch…Herr Lankaus, der Goldschmied, empfang uns sehr nett und nach einem kleinen Willkommens-Kaffee, stellte sich raus, das auch keine weiteren Teilnehmer kommen werden. Genial – wir allein in der Schmiede, der Kurs war exklusiv nur für uns Zwei.

Los ging es im Hinterstübchen der Schmiede. Der „Goldbarren“, das Material hatten wir beim ersten Gespräch ausgewählt, musste ja erstmal auf die richtige Stärke gebracht werden. Das war ein Kraftakt und so ganz geheuer war mir das Teil ja nicht. Im Prinzip funktionierte es aber wie eine Nudelpresse.

Der Goldbarren ist nun fertig gewalzt und bereit in zwei Stücke geteilt zu werden, damit wir jeweils für unseren Ehepartner und in eigenständiger Arbeit den Ring fertigen konnten. Das heißt auf deutsch – Mein Mann schmiedet meinen und ich seinen Ring. Oh man, ob das so eine gute Idee war!?

Im nächsten Step haben wir das Stück Edelmetall dann in eine grobe Ringform gebracht, also etwas gebogen und danach die Lücke mit ein bisschen Gold verlötet. Danach einmal erhitzen und in Wasser wieder runterkühlen und fertig ist die erste Rohfassung. Schön war was anderes. Das sah aus wie ein schwarzes, eckiges Etwas, was zu lange auf dem Grund vom See im Auenland gelegen hat – huiii und den soll ich am 15.5. meinem Mann übergeben…herrjee!

Ok, es nützt ja nichts und weiter geht’s. Nun mussten wir den Ring in Form bringen.

Nach den kraft-intensiven Arbeiten an der Walze und des Sägens, weichen die Ringe noch ein wenig von der Ideal-Form ab. Deshalb bringen wir den Ring durch das Richten mit einem Hammer und einem Ringstab noch einmal in eine schöne ebenmäßige und runde Form.

Jetzt kommen wir zum zeitintensivsten Teil der Arbeit: das Feilen und Schleifen! Wow, das war ein Akt. Gedauert hat es mit Plauderrei und Kaffeepause bestimmt 2 Stunden.

Bevor wir nun zum Polieren kommen hat der Goldschmied noch schnell in meinen Ring ein „Glitzersteinchen“ eingesetzt. Das war übrigens das Einzige, was er gemacht hat, da dies für einen Laien nicht wirklich durchzuführen wäre. Weiter geht es mit polieren, polieren und polieren….

Zum Abschluss kam noch etwas, was mir wirklich Angst machte. Wir sollten unsere Ringe selbst gravieren. Den Anfang machte der Herzensmann, der ganz könnermäßig seinen Namen und unser Hochzeitsdatum in die Ringschiene gravierte. Danach war ich dran und ich glaube das Bild sagt mehr als 1000 Worte – bitte geh jetzt nicht kaputt, du Ring und ja nicht verschreiben…

…Ok, verschreiben konnte man sich tatsächlich gar nicht, weil man die ca. 5 cm großen Buchstabenplatten einfach nur nachfahren musste. Die Maschine hat den Namen dann parallel in den Ring graviert. Noch schnell das Siegel einstanzen, ne Runde polieren und dann….

Tadaaaa: Kein Witz, das sind die Ringe! Die Ringe, die wir geschmiedet haben. Wir waren echt total von den Socken, sieht man oder?! Ich bin echt verliebt, sie sind so perfekt.

Mein Tipp:

Die Ringe am Hochzeitstag unbedingt von der Fotografin hübsch in Szene setzten lassen. Vor allen Dingen, wenn man soviel Liebe, Schweiß und Geduld dafür eingesetzt hat wie wir! Das #DIY zu unserem „Ringkissen“ findet Ihr übrigens hier.

P.S. Wisst ihr was eine total süße Idee von der Heidegoldschmiede war?! Bei der Übergabe der fertigen Ringe, bekamen wir nicht nur die CD mit allen Bildern des Workshops, sondern sogar auch noch eine personalisierte Sektflasche mit unseren Ringen als Etikett! Megacool! Die wird erstmal zum ersten Hochzeitstag gekillt – und na klar, werde ich davon berichten!

Liebste Grüße aus der Heide

Sarah J.

Ringfoto’s vom Kurs über die Heide-Goldschmiede* und die Heidebraut

Hochzeitsfotos via Manuela Engelking Fotografie*Die gezeigten Bilder zeigen die tatsächliche Entstehung unserer originalen Eheringe. Vielen Dank noch einmal an die Heide-Goldschmiede, die unsere „Werkelei“ in einem kleinen Making-Off zusammen getragen hat.

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Ein Kommentar

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    Hochzeitshof Glaisin - Hochzeitsparadies inmitten ländlicher Idylle - Bridezillas bloggen
    2. November 2016 at 14:56

    […] ein tolles Erlebnis diese Unikate zu schaffen, unsere Bridezilla Sarah hat das selbst erlebt und erinnert sich gern an die Arbeit […]

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