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DIY: Wiesn-Herzen aus Ton als Hochzeitsdeko und Gastgeschenke

Für unsere Hochzeitsdekoration wollte ich, passend zu unseren Einladungskarten, das Motiv der Wiesn-Herzen erneut aufgreifen. Zunächst dachte ich an kleine Lebkuchenherzen als Platzkarte. Beim Überlegen, wie wir dann dazu die weitere Dekoration gestalten könnten, ist uns die Idee gekommen die Herzen selbst zu töpfern, mit Namen der Gäste zu beschriften – als Platzkarte und zugleich als Gastgeschenk zu nehmen!

Gefällt euch die Idee mit den getöpferten Herzen? Dann zeige ich euch hier was ihr dafür braucht und wie es geht.

Da wir einen Keramikbrennofen in der Familie haben und der Ton inklusive Zubehör im Keramikfachhandel München für uns besorgt wurde, habe ich mich natürlich vorab für euch erkundigt damit ihr die getöpferten Platzkarten auch ohne eigenen Brennofen umsetzen könnt!

Im Internet finden man fertigen Ton und Glasuren bereits bei Amazon und sämtlichen anderen Anbietern. Auch habe ich online einige Anbieter mit Brennservice gefunden, es waren sogar welche mit einem Bring- und Abholservice dabei. Im Raum München habe ich einen Bastelverein entdeckt, der Ton, Glasuren und einen Brennservice anbietet und ich bin mir sicher, dass ihr in eurer Region auch fündig werdet. Einfach mal googlen.

Für die Herstellung von Tonherzen braucht ihr:

  • einen Block fertigen, weißen, feinschamottierten Ton von ca. 10 Kilogramm
  • Ausstechförmchen (natürlich gehen nicht nur Herzen, sondern jedes Motiv)
  • Streichglasuren nach eurer Farbwahl
  • Pinsel
  • Plusterstift, Edding oder Porzellanschreiber
  • Stiftspitze (aus dem Bastelbedarfladen) für schöneres Schreiben mit dem Plusterstift
  • einen Eimer Wasser, Schwamm, Messer, Nudelholz
  • ausreichend Platz zum Ablegen (z.B. ein Obstkarton ausgelegt mit Folie vom Aldi)
  • Keramikbrennofen

Besorgt euch außerdem eine Unterlage für euren Tisch, entweder eine Silikonmatte, Plastiktischset oder beklebt den Tisch mit Frischhaltefolie und los gehts:

Mit einem Messer schneidet ihr euch eine Scheibe von dem Tonblock runter und rollt sie mit dem Nudelholz gleichmäßig(!) aus, der Ton sollte an jeder Stelle gleich dick sein. Eure Ausstechförmchen tunkt ihr vor dem Ausstechen ins Wasser um besser durch den Ton zu gleiten. Dann stecht ihr eure Formen aus, es ist eigentlich wie beim Plätzchen backen. Beim Heraustrennen muss man ganz vorsichtig sein, der Ton ist sehr weich. Benutzt vielleicht das Messer zum Herausheben und streicht mit nassen Fingern die Ränder glatt. Legt anschließend eure Herzen vorsichtig zum Trocknen beiseite.

Diesen Vorgang wiederholt ihr, bis ihr die Anzahl eurer benötigten Herzen beisammen habt. Ich empfehle euch. ein paar mehr zu machen, falls ein Herz bricht oder ihr euch mit der Beschriftung noch versuchen wollt. Wir haben beispielsweise 70 große Herzen ausgestochen und uns entschieden, zusätzlich kleinere Herzen in drei unterschiedlichen Größen für die Streudeko gleich mit zu töpfern.

Eure Tonformen müssen nun trocknen oder auch „ruhen“, bevor sie in den Brennofen kommen. Würde man sie jetzt sofort brennen würden sie aufgrund der hohen Feuchtigkeit reißen. Ob die Formen trocken sind, erkennt ihr an der Tonfarbe, die dann deutlich heller sein sollte. Jetzt kommt der Rohbrand bei 1055° Celsius! Anschließend heißt es wieder warten, denn die Formen müssen komplett auskühlen.

Dann kann glasiert werden. Mit einem nebelfeuchtem Schwamm werden die Herzen jetzt nochmal leicht gesäubert, die Glasuren mit einem Holzstab richtig schön aufgerührt. Mit einem Pinsel die Glasur gleichmäßig aufstreichen, achtet dabei auf dieselbe Streichrichtung, stellenweise zu dickes auftragen oder auslassen einiger Stellen erkennt man nach dem Brennen sofort und das wäre schade. Wundert euch nicht, dass die Glasur beim Auftragen rau und fast weiß aussieht. Die Farbe kommt erst beim Brennen zur Geltung! Habt ihr alle Herzen fertig glasiert folgt nun der letzte Brand.


Sind eure Formen wieder ausgekühlt könnt ihr euch jetzt an das Beschriften machen. Meine Vorstellung war, die Herzen mit „Zuckerguss“ im Wiesn-Style zu beschriften, daher waren Edding und auch der Porzellanschreiber für uns zu wässrig. Im Bastelgeschäft kaufte ich daher einen Plusterstift, der sich ganz dick auftragen lässt und so hatte ich meine Zuckerguss-Optik. Probiert einfach aus was euch gefällt! Damit ich die Namen ordentlich auf die Herzen schreiben konnte habe ich mir eine Stiftspitze aus Metall gekauft, diese konnte ich vor den Plusterstift stecken und sorgte dafür, dass die weiße Masse beim Schreiben schön gleichmäßig floss.

Unsere Herzen in grün waren für die Männer, rosa Herzen für die Frauen. Den Rand habe ich noch wie ein typisches Wiesn-Herz mit einem Wellenmuster verziert. Die kleinen Streuherzen waren weiß, rosa und grün glasiert und nicht verziert. Ihr könnt beim Ausstechen eure Formen auch mit einem Loch versehen, so könnt ihr sie später aufhängen, ich habe das bei einigen kleinen Herzen gemacht, sie wurden weiß glasiert, auf ein Seidenband gezogen und um unsere Windlichter gebunden.

Die viele Arbeit hat sich wirklich gelohnt, jeder war sehr begeistert und ich bin froh, dass wir keine Dekoration gekauft oder geliehen haben! So war alles individuell und das machte den Tag für uns noch einzigartiger.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Gestalten eurer Hochzeitsdekoration!

Eure Leni

 

Leni ist Jahrgang 1984, lebt mit Mann und Kater im schönen Voralpenland und arbeitet in München. Die Frage aller Fragen stellte Michael ihr im Oktober 2013 am Gardasee – per Wiesn-Herzerl. Danach war sie durch und durch Braut und hat das Jahr der Vorbereitungen, das am 30. August 2014 mit einer Traumhochzeit am Starnberger See endete, in vollen Zügen genossen. Sie liebt die Berge, bayerische Bräuche, den Starnberger See und würde am liebsten jedes Jahr aufs Neue heiraten.

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