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Brautkleidsuche- mach es zu Deinem Event!

„Viele Köche verderben den Brei“- diesen Spruch kann man ganz hervorragend auf das Thema Brautkleidsuche anwenden. Als Bridezilla weiß ich, dass das Erlebnis des Brautkleidkaufens ein ganz wunderbares ist und Ihr es wahrscheinlich mit soviel wie möglich lieben Menschen teilen wollt. ABER, zu viele Meinungen verderben nicht nur den Brei, sondern vielleicht auch Euer Brautkleid. Ich bin ganz großer Fan von deutschen und amerikanischen Fernsehsendungen („Zwischen Tüll & Tränen“ und die amerikanischen Varianten auf SIXX), in welchen es darum geht DAS Kleid für den großen Tag zu finden. Mittlerweile schaut sogar der Herzmann mit und es fallen hin und wieder Kommentare wie: „Jetzt noch Brüste, und dann ist es perfekt!“oder „Die graue Maus im Tüllmonster- geht mal gar nicht!“. Wir amüsieren uns immer ganz köstlich über die verschiedenen Charaktere der Bräute und fiebern förmlich mit, ob der nächste Griff an den Kleiderständer endlich der richtige ist.

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Brautkleidsuche mal anders

Vor kurzem kam eine Braut alleine ins Geschäft, gekleidet in einer lockeren Jogginghose und Wandersandalen, wählte sie pragmatisch ein Kleid aus, welches sie auf der ersten Kleiderstange entdeckte. Ohne Glitzer, ohne Tüll- einfach ein Kleid, was sie „nett“ fand und demnach sofort kaufen wollte. Sie probierte nur dieses eine an und warum dann nicht gleich kaufen, wenn es sogar im Ausverkauf ist?! (Eigentlich zog sie auch nur ein Kleid an, weil ihr jemand geraten hatte, dass man das so macht) Die Verkäuferin wollte die Braut noch bezüglich passender Schuhe und Haarschmuck beraten- aber das winkte sie ab, schaute kurz zustimmend zu ihren Wandersandalen, bezahlte und ging. Der Herzmann und ich, den Mund immer noch offen stehend, haben uns fast nicht mehr einbekommen, wie suuuuper cool sie diese, für andere ja sehr wichtige Entscheidung traf.

Andere Länder – andere Sitten

Dann gibt es die fast schon typisch amerikanische Braut- diese stolziert mit ihrem Gefolge, bestehend aus mindestens 5 Brautjungfern, Trauzeugin, Brautmutter, Schwiegermutter in spe, Tante und Oma ins Brautmodengeschäft. Nachdem im Gekicher festgestellt werden konnte, wer die Braut ist, folgen die ersten kurzen Interviews der Begleitungen, in denen die ersten schon im Südstaaten-Slang klarstellen, dass die Braut definitiv von einem Tüllmonster überzeugt werden muss – unabhängig davon, ob ihr das steht oder nicht. Die Vorauswahl der Kleider wird natürlich ausschließlich von den Brautjungfern getroffen – bereits hier kündigen sich die ersten Freundschaften im beiderseitigen Einvernehmen – und auf jedes angezogene Brautkleid folgt eine riesige Diskussion. Das Schauspiel beginnt: Die erste Brautjungfer fühlt sich angegriffen, weil es mal gar nicht ihren persönlichen Geschmack trifft, die Schwiegermutter in spe äußert, dass sie ihren Sohn nicht in Verbindung mit DIESEM Kleid auf den Hochzeitsfotos sehen will und der Rest schweigt mit schüttelnden Köpfen – vorerst.

Kurz entschwunden, betritt die Braut in Kleid Nummer 2 die Bühne. Während die erste Brautjungfer sich ein „nice“ rausdrückt, filmen die Kameras hochgezogene Augenbrauen und zusammengekniffene Münder. Nach diesen Reaktionen muss die Braut ziemlich schrecklich aussehen. Kameraschwenk zur Braut – und da steht es: das schüchterne Häufchen Elend, welches sich in genau DIESEM Moment mächtig ärgert, den Heiratsantrag angenommen zu haben. Da muss sie wohl nun durch. Indes hält die Oma einen Vortrag über den viel zu tiefen Ausschnitt und den Traditionen aus ihrer Jugend. Die Tante hakt ein, hält sich bezüglich einer Meinungsäußerung bedeckt; wohl aus Mitleid, und schenkt der Braut zumindest ein knappes Lächeln.

Das Ende ist nah

Nachdem die Braut 15 Kleider anprobiert hat und immer noch ein Regenwetter-Gesicht zieht, nimmt die Verkäuferin sich die Braut zur Brust und lässt sie im stillen Kämmerlein ein Kleid probieren, welches sich die Braut mit gesenktem Kopf nach viel Überredungskunst rausgesucht hat. Plötzlich erstrahlt das Gesicht der Braut und es scheint so, als wäre DAS Kleid endlich gefunden. Nun folgt noch ein kurzer Workshop in „selbstbewusstem Auftreten“ und dann geht es raus in die Höhle der Löwen – diese warten bereits, Fingernägel-wetzend, auf ihr Opfer. Die Riege schweigt- aber nur, weil die Verkäuferin sofort das Wort ergreift und anstelle der mittlerweile wieder stummen Hauptperson erklärt, dass der Braut das Kleid gefällt. Der Großteil der Riege holt Luft, aber der Anstand verbietet weitere Diskussionen und Wortgefechte – die Wahl ist getroffen! Puh! Was ein Akt!

Wie macht man es richtig?

Jeder sollte für sich die passende Variante wählen. Ich persönlich habe DIE Wahl mit meiner Mama und meiner Trauzeugin getroffen. Warum? Weil die beiden stets ehrlich zu mir sind und mich einfach super kennen. Sie wissen, was mir steht und was insgeheim mein Wunsch eines Kleides ist. Und wisst ihr, was passiert ist? Ich habe 7 Kleider anprobiert und als ich mit einem innerlichen Kopfschütteln aus der Kabine kam, wurde das draußen nur noch bestätigt. Das 8. Kleid fühlte sich bereits beim Anziehen an, wie eine zweite Haut und wurde draußen mit „Pippi in den Augen“ begrüßt. Die Wahl war getroffen – für uns alle. Ziemlich easy also. Und selbst wenn es zu dem Fall gekommen wäre, dass eine der beiden mit dem Kopf geschüttelt hätte, hätte ich es trotzdem gekauft. Es hatte einfach „Klick“ gemacht und genau DAS müsst ihr auch spüren. Und ihr werdet das auch spüren, verlasst Euch drauf.

Ganz nebenbei wusste keiner außer uns dreien, wie mein Brautkleid aussah und alle waren am Tag der Hochzeit überrascht, was ich mir ausgesucht hatte. Vielleicht bleibt jetzt nur noch zu sagen, beachtet bitte, dass sich in dem Moment des „Klicks“ sämtliche Vernunft verabschiedet. Immer schön vorher aufs Preisschild schauen! 🙂

Hört auf Euer Herz und Euren Bauch- dann wird alles gut und ihr werdet die schönste und strahlendste Braut, die es geben kann.

Eure Sarah L.

Bilder: Juli Photography

Location: Hochzeitshof Glaisin

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