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Brautgeschichten: Weddingplanner

„Komm, schnell weiter, dafür sind wir zu kleine Lichter!“ sagte mein Mann nur, als er merkte, dass ich an dem stilvoll gestalteten Messestand unserer zukünftigen Hochzeitsplaner komplett hängen geblieben war. (Das ist dieses typisch weibliche Bridezilladenken-schön verpackt?- okay, gekauft!)

Nadja, später unsere gute Fee der Hochzeit, sprach uns an, ob sie uns kurz entführen darf. Wie das eben auf einer Messe so ist, jeder will was verkaufen, überall wird man festgenagelt. Wir setzten uns an den Messestand und lauschten ihren Ausführungen. Sie sei Hochzeitsplanerin, gute Kontakte, viel Auswahl, Prozente, Vorteile, Individualität. Nadja erläuterte uns das Konzept der Hochzeitsagentur, und das klang in unseren Ohren wirklich schlüssig, und nicht nur so, als sei es für gut betuchte gemacht worden.

Man muss die Agentur nicht für alles beauftragen, sondern kann auch eine gewisse Eigenleistung einbringen. Das war mir persönlich sehr wichtig, da ich unter anderem die Papeterie gern selbst gestalten wollte. Das war schließlich DAS Diy der Hochzeit, was ich mir ungern nehmen lassen wollte.

Wir entschieden uns für die Agentur und beauftragten sie, bis auf die Positionen Hochzeitstauben und Papeterie, mit der Organisation unserer kompletten Hochzeit. Es standen immerhin noch 22 Monate bis zur Hochzeit auf der Uhr. Über die meisten Dinge hatten wir uns bis dato noch nicht einmal richtig belesen.
Nadja besuchte uns gemeinsam mit ihrem Mann, welcher ebenfalls in der Agentur tätig ist, daheim und wir besprachen die Randbedingungen unserer Hochzeit. Wir nannten unser Budget und erzählten von Locationvorstellung, Essen, Trauung, Blumen, Torte, etc.

Wenig später besichtigten wir gemeinsam mit ihnen die ersten Locations. Eine Villa am Elbhang, ein Schloß, eine Residenz, alles nach unseren genannten Vorstellungen. Bei den Vor-Ort-Terminen wurde uns aufgeführt, welche Möglichkeiten bezüglich Bestuhlung, Buffet, Menü, Service, Übernachtung etc. bestehen würden und natürlich, welche Termine waren noch frei.

Die meisten planen nur einmal im Leben eine Hochzeit, man beliest sich also zu jedem Thema einzeln. Man durchforstet das Internet, befragt Bekannte und Verwandte. Aber wo frage ich an, bezüglich eines Redners, eines Geigenspielers, einer Sängerin? Wo gehen wir Mittagessen, welcher Fotograf ist für tolle Bilder bekannt, ist nun Buffet oder Menü besser?

Fragen über Fragen, für welche wir in unserem normalen Alltag nicht wirklich Zeit gehabt hätten, bzw. diesen Fragen wollten wir garnicht erst so viel Zeit schenken. Denn das normale Leben soll für uns doch weitergehen und ich habe ehrlich gesagt keine Muse, jeden Abend stundenlang am PC zu sitzen und das Internet nach professionellen Fotografen zu befragen. Dann investiere ich die Zeit lieber in kleine DIY Projekte- und von diesen gab es einige.

Sobald wir die Location ausgesucht hatten, bekamen wir ein Konzept vorgelegt, welches einen möglichen Tagesablauf als Vorschlag beinhaltete. Die standesamtliche Trauung am morgen im Kreise der Familie, danach ein kurzer Sektempfang mit Fotoshooting, zum Mittag ins Restaurant; beiliegend eine kurze Auswahl von der Speisekarte der ausgewählten Wirtschaft; daraufhin ein kleiner Empfang für die dazukommenden Gäste, eine freie Trauung unter freiem Himmel mit Rednerin und Sängerin, anschließend Hochzeitstauben, Fotoshooting, Abendessen, und so weiter und sofort.

Nun hatte unsere Hochzeit schon einen Rahmen bekommen. Toll. Uns gefiel, was wir sahen. Allein aus der Location hatte die Agentur etwas Rundes gezaubert. Insgesamt trafen wir uns über unseren langen Planungszeitraum von den besagten 22 Monaten mehrmals. Die Agentur begleitete uns zu den Terminen wie Blumen aussuchen, Rednerin kennenlernen, Torte aussuchen, Probeessen, etc.
Erfahrungen, wie Nadja sie besitzt, sind gold wert. An manche Details KANN man einfach garnicht denken.

Letztenendes hatten wir eine Hochzeit, die wir persönlich natürlich als traumhaft beschreiben. Aber uns war auch sehr wichtig, dass wir am Tag der Tage nicht hin und her stürzen müssen, fragen müssen, ob die Blumen schon da sind, wo der Sekt bleibt, etc. Und wir mussten auch nicht unsere Trauzeugen damit beauftragen. Denn meine Meinung ist, auch Trauzeugen sind Gäste und sollen diesen Tag genießen. Auch, wenn sie es gern tun, die Braut oder den Bräutigam zu unterstützen, wollten wir sie dort komplett raushalten. Und das hat hervorragend geklappt.

Beispielsweise am Hochzeitsmorgen, als ich gerade noch geschminkt wurde, kam unsere Planerin und zeigte mir das erste mal meinen Brautstrauß, draußen haben bereits alle Herren ihre Korsagen angesteckt bekommen, das Auto war geschmückt und alles war vorbereitet. Mein Mann und ich mussten uns um nichts kümmern. Und meine Trauzeugin war dort, wo sie hingehörte- an meiner Seite.

Wir konnten „einfach nur genießen“ und das war wohl das Schönste an diesem Tag.

Ich wünsche mir, dass auch ihr DEN perfekten Tag erlebt- ob mit oder ohne Hochzeitsplaner!

Alles Liebe, Sarah

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